30. April 2008
„Warum Moderne in einem Museum für alte Kunst?“
Mit dieser Frage eröffnete Wulf Herzogenrath am 30. April die Ausstellung „Nolde bis Picasso“ im Herzog Anton Ulrich-Museum in Braunschweig – und beantwortete sie in seinem Vortrag mit überzeugenden Beispielen der Verknüpfung beider Seiten in seinem eigenen Haus, der Kunsthalle Bremen. Die Ausstellung expressionistischer bzw. expressiver Graphik ist noch bis zum 6. Juli zu sehen. Sie umfasst Werke der „Brücke“-Künstler, von Kandinsky und Marc, von Chagall, Matisse und Picasso und reicht bis zu Arbeiten von Wolfgang Mattheuer und Maxim Kantor. Die Wandfarbe des Ausstellungs- raums, ein dunkel glühendes Orange, das auch den Grundton des Plakats bestimmt, harmoniert und kontrastiert vorzüglich mit dem klaren Schwarz-Weiß der Holzschnitte und den feinen Grautönen der Radierungen und Lithographien, mit dem warmen Holz der Rahmen und den Strukturen der Bütten- und Japanpapiere. Scheinwerfer, deren Lichtkegel mittels Blenden passgenau auf das Rahmenformat zugeschnitten sind, lassen die Blätter wie von selbst aus dem Dunkel hervorleuchten.