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18. Mai 2010

Kulturelles Erbe und Transformation

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Vom 2.-5. Mai war ich auf der Jahrestagung des Deutschen Museumsbunds in Dortmund, die dieses Mal unter dem Motto “Kulturelles Erbe und Transformation – Museen im Zeichen gesellschaftlichen Wandels” stand. Auf dem Hinweg habe ich dem Zentrum für internationale Lichtkunst in Unna einen Besuch abgestattet, nach der Tagung in Essen im Museum Folkwang die Ausstellung der rekonstruierten Sammlung Folkwang angesehen, präsentiert unter dem Titel “Das schönste Museum der Welt”, außerdem die expressionistischen Graphikzyklen von Kirchner, Barlach, Gramatté u.a. aus dem Bestand der Graphischen Sammlung.

Da mir im Moment die Zeit für neue Blogbeiträge fehlt, hier ein paar Impressionen von zwei markanten Stationen meiner Reise ins Ruhrgebiet, das dieses Jahr mit einem Feuerwerk an Veranstaltungen als europäische Kulturhauptstadt 2010 gefeiert wird: die ehemalige Zeche Zollern in Dortmund, heute Industriedenkmal und -museum, und Chipperfields Neubau des Museum Folkwang in Essen (aus juristischen Gründen ohne Kunst und Menschen).

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Thema: Alle Beiträge, Kunst, Museum |

23. März 2010

Ausstellung: Portrait, Portrait, Portrait!

Im Kunstmuseum Wolfsburg schließt sie Ende dieses Monats, im Braunschweigischen Landesmuseum hat sie gerade begonnen, im Sprengel Museum ebenfalls, und in der Landesgalerie Hannover wurde sie soeben bis in den August hinein verlängert: die Ausstellung, die jedes dieser vier Museen in der Region – ist’s Zufall oder Absicht? – in jeweils ganz unterschiedlicher Ausprägung dem Thema Portrait gewidmet hat. Mit rund 150 Exponaten aus eigenem Bestand und einigen Leihgaben, überwiegend aus dem Museum August Kestner, ist „That’s me!“, die Schau in der Landesgalerie Hannover, nicht nur die umfangreichste der vier, sondern handelt diese Bildgattung über einen Zeitraum von etwa 2500 Jahren systematisch und entwicklungsgeschichtlich ab. weiter…

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24. Mai 2009

Das Meeresmuseum Stralsund

In Stralsund hat mich am meisten das Stammhaus des Deutschen Meeresmuseums in der Halle der (wieder aufgebauten) Katharinenkirche aus dem 14. Jahrhundert begeistert. Die Kirche dient bereits seit 1925 musealen Zwecken und wurde 1972-74 zum Meeresmuseum umgebaut. Bereits das ist bemerkenswert: Hier und heute gibt es in den christlichen Kirchen eine rege Diskussion darüber, wie man sich lästiger Sakralbauten, die sich partout nicht mehr mit Menschen füllen wollen, entledigen und sie neuen Funktionen zuführen kann – und dort, in der Ex-DDR, steht seit 3 Jahrzehnten ein äußerst gelungenes Beispiel dafür!

Um meine (persönliche und subjektive) Quintessenz dieses Museumsbesuchs gleich vorwegzunehmen: Reell ist das Meer ja durchaus begrenzt (auf ca. 70 % der Erdoberfläche, 1338 Mrd. km³ Wasser etc.), aber ideell ist es doch ein Unendliches,

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Thema: Alle Beiträge, Museum |

18. Mai 2009

Museum: Adieu, Anton Ulrich!

Liebes gutes, altes Herzog Anton Ulrich-Museum,

mit einem netten Museumsfest hast Du Dich Ende April von der Öffentlichkeit verabschiedet, um Dich einer Sanierungs- und Verjüngungskur zu unterziehen, inklusive Umzug in den neuen Anbau an Deiner Nordseite, zum Park hin. Und wenn Du nach zwei Jahren wieder eröffnest, wirst Du hoffentlich wie der Phönix aus der Asche auferstehen: mit barocker Lebenslust, gekrönt von jenem Schuss Prunk und Glamour, der Deines Namensgebers würdig wäre und darüber hinaus das „Pfund“, mit dem Du kräftig „wuchern“ könntest! Was Deine tolle Sammlung angeht, so ist trotz Schließung des Hauses wunderbarerweise ein Konzentrat davon in der Burg Dankwarderode zu besichtigen, und das Kupferstichkabinett lässt sich mittlerweile sogar virtuell besuchen.

Eine schönes und erfolgreiches “Event” zum Abschied war die Ausstellung “Wachgeküsst!”, die Glanzstücke aus dem Gemäldedepot präsentierte. Zudem hatten alle BesucherInnen die Gelegenheit, ihr Lieblingsbild per Stimmkarte in die neue Dauerausstellung hineinzuwählen – Museum 2.0 im besten Sinne! Die Entscheidung fiel mir nicht leicht, stand doch viel Schönes, Interessantes und auch Kurioses zur Auswahl:

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15. Mai 2009

Vom Glück der Bildung

In seinem Essay Wie wäre es, gebildet zu sein? spricht der Philosoph Peter Bieri von “Erfahrungen des Glücks, die aufs engste mit Facetten der Bildung verknüpft sind (…): die Freude, an der Welt etwas besser zu verstehen; die befreiende Erfahrung, einen Aberglauben abzuschütteln; das Glück beim Lesen eines Buchs, das einen historischen Korridor öffnet; die Faszination durch einen Film, der zeigt, wie es anderswo ist, ein menschliches Leben zu führen; die beglückende Erfahrung, eine neue Sprache für das eigene Erleben zu lernen; die überraschende Erfahrung, dass sich mit dem Anwachsen der sozialen Phantasie der eigene innere Radius vergrößert. Und Bildung schließt noch eine andere Dimension von Glück auf: die gesteigerte Erfahrung von Gegenwart beim Lesen von Poesie, beim Betrachten von Gemälden, beim Hören von Musik. Die Leuchtkraft von Worten, Bildern und Melodien erschließt sich nur demjenigen ganz, der ihren Ort in dem vielschichtigen Gewebe aus menschlicher Aktivität kennt, die wir Kultur nennen.” (Festrede, gehalten an der PH Bern am 4. November 2005, publiziert im ZEITmagazin LEBEN, 2. August 2007, Nr. 32)

Am Rande der gemeinsamen Tagung des Deutschen Museumsbundes und der Kulturstiftung der Länder vom 10.-13. Mai 2009 in Stralsund – dieses Mal zum Thema “Chefsache Bildung” – habe ich dieses Glück wieder einmal erfahren, und zwar im Meeresmuseum (nicht zu verwechseln mit dem brandneuen Ozeanum – die Homepage legt dies nahe).

Thema: Alle Beiträge, Museum |

15. Mai 2009

Bildung, Vermittlung, Museumspädagogik

Qualifikationsprofil Dr. Regine Nahrwold
Bildung, Vermittlung, Museumspädagogik:

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23. April 2009

Ausstellung: Laurence Bonvin, “On Location”

Noch bis zum 3. Mai beweist die Ausstellung der Schweizer Fotografin Laurence Bonvin (geb. 1967) im Museum für Photographie Braunschweig, was eine Fotokunst sein kann, die auf den ersten Blick scheinbar „nur“ mit den Mitteln der Dokumentation, der nüchternen Beobachtung arbeitet. Was entstehen kann, wenn die Kamera nicht bloß registriert, sondern sich hinter ihrem Objektiv ein sehendes Auge und hinter dem Auge ein denkender Kopf befindet. Bonvins Blick auf die Welt zeigt, dass diese doch mehr ist als „alles, was der Fall ist“. Er bringt die unterschwelligen Strömungen der Orte, den doppelten Boden der Dinge, ihren Schatten zum Vorschein und zur Verdichtung. Oder erschafft er dieses Darunter/Dahinter doch erst im Erzeugen des Bildes? Denn ein Haus ist ein Haus ist ein Haus, und es ist nichts dahinter…

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12. Januar 2009

München: Museum Villa Stuck

Nach der Pinakothek der Moderne mit ihrer Riesenrotunde  – Wieviel Raum wurde an diese leere Mitte verschenkt, Raum, für den sich dann die Funktionen Shop/Bibliothek, Café u.a. in die Resträume der Zwickel drumherum quetschen „durften“! – und den weiten Hallen, in denen die Werke der Klassischen Moderne zu Briefmarkenformaten schrumpfen, bot die Villa Stuck ein wunderbares, mir sehr willkommenes Gegengewicht: (relativ) klein, persönlich, fein und auserlesen, historisch gewachsen und dabei ganz lebendig und mitten in der Gegenwart. Der prachtvolle Bau, errichtet Ende des 19. Jahrhunderts nach des legendären Malerfürsten Franz von Stuck eigenen Entwürfen als Wohnhaus, Atelier und repräsentative Verkörperung seiner Idee der Einheit von Kunst und Leben, ist schon von außen ein Juwel des – ja, “des frühen Jugendstil” liegt mir auf der Zunge, aber kann man das sagen?

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8. Januar 2009

Jeremy Rifkin: Access. Das Verschwinden des Eigentums

Außer „Wie ich lernte, bei mir selbst Kind zu sein“, dem wunderbaren neuen Buch von André Heller, habe ich über Weihnachten Jeremy Rifkin gelesen, „Access. Das Verschwinden des Eigentums. Warum wir weniger besitzen und mehr ausgeben werden“ (Frankfurt a.M.: Fischer 2002, heute im Campus Verlag). Der amerikanische Wirtschaftswissenschaftler analysiert und beschreibt in diesem Buch sehr genau, wohin sich unsere Gesellschaft im Zeitalter des Internets, der Globalisierung und des Turbokapitalismus, unter dem Einfluss zunehmender Beschleunigung, Flexibilisierung und Kommerzialisierung entwickelt. Seine These: Besitz und Eigentum werden mehr und mehr ersetzt durch den – natürlich kostenpflichtigen – Zugang zu dem Recht, Besitz und Eigentum anderer zu leihen und zu nutzen. Die wirtschaftliche Zukunft besteht darin, immer mehr solcher Zugänge zu schaffen, sich die Macht darüber zu sichern, bestimmte Erlebniswelten drumherum zu generieren und diese exklusiv zu machen für jene Menschen, die dafür bezahlen können; entlang der Lebenslinie eines Menschen immer mehr und neue Erlebnisse zu generieren, diese zu vermarkten und damit Kundenbindung zu betreiben. Kultur wird mehr und mehr eine Mischung aus Lifestyle, Konsum, theatralischer (Selbst-)Inszenierung, Musik, Show und Entertainment.

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8. Januar 2009

Peter Zumthor: “Kolumba”, Köln (Neubau des Diözesanmuseums)

Die Gelegenheiten zu reisen, Museen und Ausstellungen zu besuchen, waren 2008 für mich sehr rar gesät. (Dazu gehörte übrigens “Hannover goes Fashion“, ein tolles Gemeinschaftsprojekt mehrerer Orte in Hannover rund um das Thema Mode und Kleidung mit einer Ausstellung des Exzentrikers Leigh Bowery im Kunstverein als Highlight und der Präsentation von Kunstwerken (sic!) des Modedesigners Helmut Lang in der Kestnergesellschaft als absolutem Flop; feine Entdeckungen dagegen: die Fotoschau der Architektenkammer “Mode Linie Architektur” im schönen Laveshaus und das Theatermuseum mit der reich bestückten, sehr ergiebigen Präsentation “Filmkostüme! Das Unternehmen Theaterkunst“). Darum freue ich mich sehr, dass ich es Ende des Jahres noch nach Köln geschafft habe, ins Kolumba, das neue Diözesanmuseum von Peter Zumthor.

Mit der für Zumthor typischen äußerst reduzierten Formensprache setzt die mönchisch-karge Architektur auf der Kriegsruine der Kirche St. Kolumba auf. Nähert man sich von hinten und umrundet auf der Suche nach dem Eingang das Gebäude, vermitteln bereits die Fassaden einen Eindruck von der Strenge und Klarheit des ganzen Baus, von seiner spröden Schönheit und von der Sensibilität, mit der er auf die vorhandene alte Bausubstanz eingeht, etwa mit den verputzten Backsteinen oder den wiederkehrenden Feldern von unregelmäßig verteilten kleinen Fenster-Querschlitzen. Eine Überraschung für das Gefühl hält dann die Eingangstür bereit:

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